Schweres Gefährt und Soft Skills

Von Helgrid Söder
Mit einem „Tag der Information“ präsentierte sich die
Bundesakademie für Wehrverwaltung und Wehrtechnik
der Mannheimer Bevölkerung

am 09. Juli 2011

Kettenfahrzeuge, Kommunikationstraining und Kinderprogramm – das facettenreiche Angebot, das die Bundesakademie für Wehrverwaltung und Wehrtechnik am zweiten Julisamstag präsentierte, ließ keine Wünsche offen. Im 50. Jahr ihres Bestehens hatte die höchste Bundesbehörde in Mannheim die Bevölkerung auf den Campus in Mannheim-Neuostheim eingeladen, um über ihre Arbeit zu informieren sowie über aktuelle Aufgaben von Wehrverwaltung und Streitkräften. Thematischer Schwerpunkt war die Ausrichtung der Bundeswehr als Armee im Einsatz. Rund 1.200 Menschen folgten der Einladung zum „Tag der Information“, darunter der Präsident der Bundesakademie a.D. Norbert Schelleis, die neue Mannheimer Polizeipräsidentin Caren Denner sowie der Mannheimer Polizeipräsident a.D. Willi Menz.

Gezeigt wurden die Landfahrzeuge, die aktuell auch in Afghanistan eingesetzt werden – etwa der Schützenpanzer Marder oder die Patrouillenfahrzeuge Dingo und Eagle. Gleichzeitig standen Experten Rede und Antwort zu den typischen Einsatzbedingungen der Fahrzeuge und den technischen Möglichkeiten, mit denen ein bestmöglicher Insassenschutz gewährleistet werden kann. Ein weiteres nicht alltägliches Exponat war am Samstagmorgen in Neuostheim gelandet: der Transporthubschrauber CH 53 – mit zwanzig Metern Länge und gut zehn Tonnen Gewicht durchaus geeignet, auch das Interesse wehrtechnisch Unbedarfter zu wecken. Aber auch deutlich kleinere Fluggeräte, etwa die Aufklärungsdrohnen LUNA und ALADIN, fanden die Beachtung der Besucher. Die 4. Inspektion der Infanterieschule Hammelburg präsentierte am Tag der Information den „Infanteristen der Zukunft“. Da im Einsatz der Selbstschutz von erheblicher Bedeutung ist, trägt er eine Schutzweste der Schutzklasse IV, die selbst einem Geschoss vom Kaliber 7,62 Millimeter standhält. Neben der Kleidung und Schutzausrüstung der Soldatinnen und Soldaten gab es auch die zugehörigen Handwaffen zu sehen, etwa des neu eingeführte Maschinengewehr MG 4 mit einem Wärmebildgerät.

Technische Aspekte ganz anderer Art wurden im Rahmen der Ausstellung „Bundeswehr und Umweltschutz“ beleuchtet: In einem Zelt wartete auf die Besucher ein idyllisches Biotop mit fließendem Gewässer, kleinen Brücken und passender Bepflanzung. In audiovisueller Form sowie auf Infotafeln konnte man sich davon überzeugen, dass der Verteidigungsauftrag und der Schutz natürlicher Ressourcen nicht im Widerspruch zueinander stehen müssen. So zeigte die Ausstellung vielfältige Aktivitäten auf, mit denen sich die Bundeswehr für Boden- und Landschaftsschutz sowie für Wasser- und Luftreinhaltung einsetzt; gleichzeitig informierte sie über das Engagement der Bundeswehr bei der Bewältigung von Umweltkatastrophen.

Das Familienbetreuungszentrum (FBZ) Speyer war am Tag der Information mit zwei Veranstaltungsschwerpunkten an der Bundesakademie vertreten: Die Kollegen des FBZ Speyer stellten zum einen für alle Interessierten ihr Tätigkeitsfeld vor; zum anderen richtete sich ihr Angebot speziell an Angehörige von im Einsatz befindlichen Soldaten und Soldatinnen. Diese wurden über die Situation in den jeweiligen Einsatzgebieten sowie über konkrete Unterstützungsmöglichkeiten durch die Familienbetreuungsorganisation der Bundeswehr informiert, auf Wunsch auch in Einzelgesprächen. Vor Ort waren außerdem Wehrdienstberater, Berater für freiwillig Wehrdienstleistende sowie Nachwuchswerber der Wehrverwaltung. Ausgehend von der individuellen Vorbildung der Interessentinnen und Interessenten konnten sich diese die Möglichkeiten aufzeigen lassen, die der Arbeitgeber Bundeswehr im zivilen und militärischen Bereich für sie bietet.

Ergänzt wurden die Ausstellungen und Informationsstände durch ein vielfältiges Vortrags- und Mitmachprogramm, das einen Ausschnitt aus der Lehre an der Bundesakademie abbildete. Beispielsweise waren Brände und Explosionen Thema eines Vortrags mit eindrucksvollen pyrotechnischen Vorführungen. Hier war anschaulich zu erfahren, wie sich aus der zufälligen Vermischung an sich harmloser Stoffe dramatische Konsequenzen ergeben können. Wer sich weniger für sprühende Funken und mehr für die zwischenmenschliche Chemie interessierte, für den lohnte sich der Besuch eines Kommunikations- und Verhaltenstrainings. Nach einer kurzen Einführung in die Theorie der Kommunikation konnten die Teilnehmer aktiv an Rollenspielen mitwirken oder als Zuschauer Dialoge mitverfolgen. In der anschließenden Feedback-Runde wurde gemeinsam resümiert, welche Faktoren bei Sprache, Mimik und Gestik den Austausch eher erschweren, und welche gezielt konstruktiv eingesetzt werden können. Training für Kopf und Körper bot außerdem ein Bibliotheksquiz: Wer sich mit den elf Fragen auseinandersetzte erfuhr nicht nur einiges über die Informations-Recherche in einer Bibliothek und die räumliche Orientierung auf dem Bildungscampus, sondern konnte sich am Ziel auch über eine wertvolle Belohnung freuen.

 

 

Angebote für die jüngeren Besucher und musikalische Darbietungen der Golden Lions rundeten das Programm ab. „Sehr informativ“, „Sollte öfter stattfinden“ – diese und ähnliche Eintragungen im Gästebuch sowie die zahlreichen interessierten Fragen und persönlichen Rückmeldungen dokumentieren eine rundum gelungene Veranstaltung.

 


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